Neues Deerhunter-Album im September

Nicht nur die Artpunk-Legenden „Swans“ veröffentlichen im Herbst ein neues und langerwartetes Album (formverlust berichtete). Auch Deerhunter, die Noisepopband aus Atlanta, bringen eine neue Platte raus.

Ich frage mich ja schon, ob diese DIY-Manier entweder entscheidendes Charakteristikum oder schnödes Kalkül der ganzen „New Weird America“-Bewegung ist. Ein Revival von selbstgeschnittenen Tapes, Lo-Fi-Aufnahmen, Eigenverlagen und Straßenpropaganda flutet die Musikwelt abseits der ausgetrampelten Pfade. Deerhunter gehören da definitiv zu den bekanntesten Vertretern der „New Weird America“-Richtung, da sie mit ihrem Noise Schrammel Pop Rock Shoegaze Ambient Maßstäbe setzten und setzen.

Auch das neue Album der Band wird nicht mit schlichter Presseinfo angekündigt, sondern mit einer Aktion, die an die subversiven No Wave-Marketinggags (womit wir wieder bei den Swans wären) der späten 80er erinnern. Das neue Album von Deerhunter wird am 27. September auf 4AD erscheinen und den Titel Halcyon Digest tragen. Das obenstehende Foto ist ein Flyer, designt vom Deerhunter-Frontmann Bradford Cox persönlich. (hier gibt es das Flyer in einem größeren Format). Man sieht es sofort: Das ist ganz klar dem Stil des New Wave/No Wave nachempfunden. Aber das ist ja noch nicht alles.

Bradford Cox möchte von euch, dass ihr dieses Flyer ausdruckt, fotokopiert und es aufklebt, wo immer es nur möglich ist – solange es noch legal ist. Davon dann bitte ein Foto machen und an flyers@halycondigest.com (inklusive der Angaben, wo das Flyer hängt) schicken. Auf der Seite werden dann auch die Fotos präsentiert.  Was ist das nun: Virales Marketing oder wirkliches Aufbegehren gegen eingerostete Musikindustriemechanismen? Blödes „Meine-Hörer-promoten-das-Album-von-selbst“-Getue oder eine wahrlich innovative Idee?

Natürlich werden die Fans auch ein bisschen für dieses aufopfernde Werben belohnt. Leute, die Fotos via Mail einschicken, können früher als alle anderen die erste Single des neuen Albums sowie einen Bonustrack hören. Was natürlich auch nur eine kurzfristige Lösung ist, weil die Songs sofort nach Bekanntgabe von irgendwelchen Usern geleakt werden.

Bradford Cox, der als Solokünstler „Atlas Sound“ ja auch bekannt wurde, schreibt über sein Flyerdesign:

…always being fascinated with the ephemera of 70’s – 80’s artrock in record stores like Wuxtry in Athens where I hung out as a kid or Wax ‚N Facts in Atlanta. You’d see a photocopied faded B-52’s flyer next to a poster for Lou Reed or XTC. It was like an artpunk scrapbook on those walls. It made my head spin. Who are these people? Who are the fucking Residents with these weird-ass eyeball faces?

Tja, Bradford. Wer die Residents sind, kann ich dir leider auch nicht beantworten. Und ob das jemals beantwortet werden wird, weiß ich leider auch nicht. Ich weiß nur, dass ich mich – Marketinggag hin, Marketinggag her – auf das neue Album tierisch freue.

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